Blasenentzündungen, Blasenprobleme, Harninkontinenz oder das unfreiwillige Urinieren ist ein ziemlich häufiges Problem bei Hunden. Meistens ist dem Hund nicht bewusst, dass er gerade Harn lässt oder dass es tröpfelt. Auch bei Katzen kann Urinieren auftreten, wichtig ist jedoch der Unterschied zwischen dem bewussten Markieren oder sogenanntem Trotzpinkeln, der durch Faktoren wie emotionaler oder umweltbedingter Stress, Haustiernachwuchs oder abrupte Änderungen im Tagesablauf ausgelöst wird und dem tatsächlich unkontrollierten und unbewussten Harnabgang.

Obwohl Harnwegsprobleme in jedem Alter auftreten können, tritt es häufiger bei Hunden im mittleren bis höheren Alter auf. Bei Katzen häufen sich die unter FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease) zusammengefassten Erkrankungen bei übergewichtigen Tieren mittleren Alters, die wenig Bewegung bekommen, eine Katzentoilette im Innenbereich verwenden und wenig oder keinen Zugang nach draußen haben. Der Schweregrad kann von kleinen Lecks bis zur Entleerung einer großen Menge Urin reichen.

Blasenentzündung, Harnwegsinfekt oder andere Gründe für Inkontinenz bei Hunden und Katzen?

Haustiere können aus vielen Gründen inkontinent sein, darunter Anomalien in Teilen des Gehirns und des Rückenmarks, die die Blasenfunktion steuern, Besonderheiten bei den Harnwegen, Geburtsfehler und Krankheiten. Inkontinenz bei jungen Tieren wird oft durch einen Geburtsfehler verursacht. Bei älteren Tieren können durch Veränderungen im Rückenmark oder an den Bandscheiben Probleme auftreten – Bandscheibenvorfall! Bei Hunden ist auch das Cushing Syndrom durch gesteigerte Kortisolbildung in den Nebennieren bekannt, dies führt zu erhöhter Trinkwasseraufnahme und damit erhöhter Urinbildung. Die Tiere können die größere Menge aber nicht mehr bei sich behalten und produzieren unter Umständen auch im Schlaf soviel Urin, dass sie im Schlaf einnässen. Mit zunehmendem Alter können Haustiere auch ohne Erkrankung inkontinent werden, da die Muskeln, die den Urin in der Blase halten, schwächer werden. Ältere Haustiere können auch senil werden und sich einfach nicht bewusst sein, dass sie Urin tröpfeln. Inkontinenz kann mit Krankheiten und Infektionen verwechselt werden, die dazu führen, dass ein Haustier häufig uriniert. Etwa 27 % der Hunde entwickeln irgendwann in ihrem Leben eine Harnwegsinfektion (UTI), wobei ein großer Prozentsatz davon durch eine bakterielle Infektion verursacht wird.

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Die Symptome einer Blasenentzündung bei Hund & Katze

Die Symptome einer Blasenentzündung können sehr unterschiedlich sein: Bei manchen Tieren tritt nur ein starker Harndrang auf, andere Tiere jaulen und miauen beim Wasserlassen, oft kommt nur eine geringe Urinmenge heraus, diese kann auch blutig sein. Viele Tiere lecken sich unablässig am Bauch und im Genitalbereich. Beim Tierarzt wird bei Haustieren mit diesen Symptomen immer zuerst auf das Vorhandensein einer Blaseninfektion untersucht. Normalerweise wird eine Urinprobe für eine Bakterienkultur gesammelt oder abgegeben, um zu sehen, ob der Urin Anzeichen einer Infektion aufweist, die die Ursache für Inkontinenz sein könnte. Auch wird die Bakterienkultur benötigt, um das richtige Mittel gegen die Entzündung zu finden. Dafür muss der Erreger bestimmt werden. Für eine Infektion der Harnwege von Katzen und Katern sowie Hündinnen und Rüden mit Bakterien, Pilzen, Parasiten oder möglicherweise sogar Viren sollte immer möglichst die Ursache gefunden werden, sonst tritt die Zystitis immer wieder auf. Selbst bei der Gabe chemischer Medikamente gegen die Blasenentzündung dauert eine Behandlung ca. 14 Tage, bei einer verschleppten Entzündung kann die Therapie mit den Blasentabletten bis zu 3 Monate in Anspruch nehmen. Aufgrund der unterschiedlichen Anatomie des Harntrakts von Hündinnen und Rüden sowie Katzen und Katern kann die Behandlungsdauer und auch die Häufigkeit von Harnwegsinfekten stark abweichen. Auf jeden Fall sollte man nicht nach einer vermeintlichen Beschwerdefreiheit die Therapie unterbrechen und auch unbedingt auf eine regelmäßige Gabe der Tabletten achten!

Achtung Verwechslungsgefahr von Symptomen von Blasenentzündung und Blasensteinen / Harnsteinen

Nicht zu verwechseln ist die Blasenentzündung mit einer vor allem bei Katzen häufigen möglichen Ursache für Beschwerden im Zusammenhang mit Harnlassen: die Bildung von Harnsteinen in der Blase und / oder der Harnröhre. Diese Ansammlungen von Mineralien, die sich im Harntrakt von Katzen bilden, werden auch Struvitsteine oder Calciumoxalatsteine genannt. Struvit besteht aus Magnesiumammoniumphosphat, die Auflösung kann durch eine spezielle, steinauflösende Diät erfolgreich sein, wohingegen Calciumoxalatsteine chirurgisch entfernt werden müssen. Die Steine sind Ansammlungen von Mineralien, die sich zu den Blasen- oder Nierensteinen verbinden. Ursache für die Steine ist ein zu basischer pH-Wert, der durch zumeist durch Futter ausgelöst wird. Daher wird bei ständigen Problemen mit Blase und Nieren bei Katzen und Hunden häufig eine – dauerhafte – Diät empfohlen. Spezielles Futter soll die o.g. Bildung von Blasen- und Harnsteinen aus Struvitkristallen verhindern. Es ist wichtig, diese Diagnose ärztlich z.B. durch Ultraschall einzuholen, denn Steine im Harntrakt werden natürlich ganz anders behandelt als ein Blasenkatarrh. Man kann den Hund oder die Katze, wenn es sich nicht um Steine handelt, mit natürlichen Mitteln behandelm. So können pflanzliche Stoffe die Blase stärken. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4032845/

Natürliche Behandlung von Blasenentzündung, Blasensteinen und Inkontinenz mit Hausmitteln

Gibt es also wiederkehrende Probleme mit Blasenentzündungen, bisher ungeklärter Inkontinenz, Blasenschwäche oder unfreiwilligem Harnabgang, können die entsprechenden Hausmittel Abhilfe schaffen. Die meisten pflanzlichen Mittel sind auch sicher anzuwenden für Katzen und Hunde, bei Katzen darf bei einigen Stoffen die Dosierungsempfehlung auf keinen Fall überschritten werden. Pflanzliche Mittel zur Selbstbehandlung von Haustieren sollten immer über einen längeren Zeitraum gegeben werden, da diese sanft und dauerhaft wirken sollen. Es sind keine Chemiebomben, die sofort schlechte, aber auch gute Keime abtöten. Die Gabe von natürlichen Hausmitteln ist immer auf die dauerhafte zusätzliche therapeutische Gabe neben dem normalen Futter ausgelegt.

Bei der Gabe anderer pflanzlicher Mittel gegen Blasenschwäche ist immer abzuklären, ob diese auch für Hunde und / oder Katzen geeignet sind. Viele Pflanzen enthalten Terpene, die nur eingeschränkt bei Katzen verwendet werden können. Für Hunde können einige pflanzliche Präparate aus der Humanmedizin gefährlich werden.

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