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Übergewicht bei Haustieren – erkennen und vermeiden

Der Anteil an Haustieren, die an Übergewicht leiden, nimmt laut Tierärzten kontinuierlich zu. Zu hohes Gewicht führt zu Einschränkungen im Alltag z.B. beim Gassi-Gehen oder Bäume hochklettern sowie zu körperlichen Beschwerden. Außerdem ist Übergewicht ist ungesund, sowohl bei Menschen als auch bei Katzen und Hunden. Durch eine ausgewogene Ernährung entsteht erst gar kein Übergewicht und das Gewicht kann durch überlegte Fütterung auch gezielt wieder reduziert werden.

Wie erkennt man, ob ein Haustier übergewichtig ist?

Bei Tieren verwendet man den sogenannten Body Condition Score (BCS). Im Gegensatz zum BMI (Body Mass Index), den man bei Menschen anwendet, wird hier nicht berechnet sondern getastet und angeschaut. Man ordnet damit ein, ob ein Haustier unter-, über- oder normalgewichtig ist. Um diesen Wert zu ermitteln, tastet man das Tier ab und lässt auch die optische Betrachtung einfließen. Die BCS – Skala reicht von 1 (starkes Untergewicht) bis 9 (starkes Übergewicht) – entsprechend liegt der Optimalzustand bei einem BCS – Wert von 5. Wenn also die Rippen des tierischen Lieblings durch sein Fell leicht zu ertasten sind, ohne dass diese hervorstehen, und die Taille noch gut zu erkennen ist, ist der Vierbeiner mit großer Wahrscheinlichkeit normalgewichtig.

Ein guter Anhaltspunkt, um das Tastergebnis und die visuelle Diagnose zu unterstützen ist das Bild des Tieres, wenn es auf der Seite liegt, hier z.B. bei Katzen:

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Auch das regelmäßige Wiegen der treuen Gefährten hilft, den körperlichen Zustand besser einzuschätzen. Liegt das Gewicht mehr als 15% über dem Idealgewicht, sollte man handeln. Gute Orientierung für das optimale Gewicht des Vierbeiners kann der Vergleich mit den Gewichten anderer Tiere der gleichen Rasse mit der gleichen Größe sein. Speziell bei Hunde-Welpen kann außerdem die Wachstumskurve der jeweiligen Rasse eine Orientierungshilfe darstellen. Im Zweifelsfall wird auch ein erfahrener Tierarzt oder Tierheilpraktiker dazu ein Hinweis geben, wenn mit der Gewicht etwas nicht in Ordnung ist.

Was sind die Konsequenzen des Übergewichts?

Zudem gibt das Verhalten des Haustieres Aufschluss darüber, ob es sich abmüht und bereits zu schwer ist. Bei Energielosigkeit oder fehlender Motivation liegt wahrscheinlich schon ein geringes Übergewicht vor, wenn Erkrankungen auszuschließen sind. Verminderte Kondition, schleppender Gang oder Kurzatmigkeit sind die weiteren Symptome für bereits ausgeprägtes Übergewicht. Die Katze kommt den Baum nicht mehr hoch oder nicht mehr auf ihren bevorzugten Lieblingsplatz, der in der Regel weit oben liegt? Der Hund will nicht mehr über Hindernisse springen, ins Wasser oder mit anderen Hunden spielen? Dies sind erste Anzeichen, bei dem Sie den BCS Test vornehmen sollten.

Welche Krankheiten werden durch Übergewicht hervorgerufen?

Genau wie beim Menschen kann Adipositas auch bei unseren Haustieren schwerwiegende Folgen haben. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Leberprobleme, Atemnot, Krankheiten des Bewegungsapparats wie Entzündungen, Arthrose, Arthritis, Tumore und letzten Endes auch schmerzhafte Bandscheibenvorfälle. Ein Bandscheibenvorfall kann auch bei nicht übergewichtigen Haustieren vorkommen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit durch die geänderte Körperhaltung bei Übergewicht und zunehmendem Alter höher. Außerdem besteht bei dem betroffenen Tier ein erhöhtes Krankheitsrisiko durch das geschwächte Immunsystem, es wird anfälliger für Infekte und Verdauungsprobleme und die normale Lebenserwartung kann sich verringern.

Wie entsteht Übergewicht?

Die häufigste Ursache von Übergewicht ist ein Kalorienüberschuss. Das Haustier bekommt also entweder über einen längeren Zeitraum eine zu große Menge oder zu kalorienreiches Futter. Es ist meist mehr Nahrung da, als vom Körper tatsächlich sinnvoll verwertet werden kann, z.B. Essensreste vom Tisch, zu viele Leckerlis, zu große tägliche Futterration, zu häufige Mahlzeiten. Auch sorgt kalorienreiches Futter für eine Wohnungskatze, die sich wenig bewegt, für Übergewicht. Gerade bei Katzen gibt es eine große Auswahl an Nassfutter und Trockenfutter für alle Lebensumstände, Rassen und Geschmäcker. Des Weiteren können auch Trauer, Stress, Erkrankungen wie etwa eine Schilddrüsenfehlfunktion, Diabetes, Darmentzündungen sowie hormonelle Veränderungen (z.B. aufgrund einer Sterilisation oder Kastration) Gründe für die Gewichtszunahme sein. Hunde betteln gern mal am Tisch oder werden von Frauchen oder Herrchen als Resteverwerter benutzt. In geringen Mengen mag das vertretbar sein, aber auch hier sollte man höchstens Gemüse oder mageres Fleisch abgeben, keinesfalls die Fettränder oder Soße vom Sonntagsbraten.

Wie kann man dem Vierbeiner helfen, ein gesundes Körpergewicht zu erlangen?

Um ein Tier wieder zu seinem Normalgewicht zu bringen, muss man zunächst die Futtermenge genau auf dessen Gewicht, Alter, Geschlecht und Aktivitätslevel ermitteln. Dabei sind die Angaben des Herstellers auf der Packung unterstützend anzuwenden. Hinzugerechnet werden müssen auch die Leckerlis außerhalb der täglichen Futterration. Nun müssen noch etwa 5 – 15% der Ration abgezogen werden, damit tatsächlich eine Gewichtsreduzierung erfolgen kann. Die Futterreduktion sollte jedoch nicht radikal geschehen, sondern langfristig angelegt sein, um dem Haustier nicht zu schaden. Man kann zwar von einem auf den anderen Tag starten, aber dann immer nur langsam weiter reduzieren. Auch spezielles Diätfutter sollte dem Vierbeiner nur in Absprache mit einem Tierarzt verfüttert werden, da eine falsche Anwendung oder billiges Futter auf Dauer zu einem Nährstoffmangel führen kann.

Ebenfalls sollte man sich überlegen, welche Zwischensnacks man entsprechend der Ernährungsgewohnheit geben kann. Bei Katzen kommt ganz mageres Fleisch oder auch mal gekochte Kartoffel oder Möhre in Frage, bei Hunden ein Stück Gemüse wie Möhre, Topinambur oder auch getrocknetes mageres Fleisch. Obst ist nicht geeignet, da es Fruchtzucker enthält, der sehr viele Kohlenhydrate und damit Kalorien hat. Versuchen Sie, Kohlenhydrate und Fett durch möglichst viel Feuchtigkeit enthaltende Nahrung zu ersetzen. Desweiteren können Probiotikapräparate, die gesunde Ballaststoffe enthalten und durch aufquellende Zutaten das Sättigungsgefühl steigern sowie die Verdauung unterstützen, hilfreich beim gesunden Abnehmen sein. So unterstützt z.B. unser Probiotikum Synbioflora Pet Vital gleichzeitig die Verdauung und sorgt für den Aufbau und Erhalt der gesunden Darmflora. Bei Menschen gibt es bereits Studien dazu, dass eine kranke Darmflora Gewichtszunahme verursachen kann, man geht davon aus, dass dies bei Tieren ebenfalls möglich ist.

Ein weiterer Tipp ist es, mehr Bewegung in den gemeinsamen Alltag vom Mensch und Tier einzubauen. Eine verlängerte oder zusätzliche Gassirunde sowie eine extra Fahrradtour mit dem Hund tut Mensch und Tier gut und fördert gesundes Gewicht der Fellnasen und Besitzer. In Stress darf das ganze natürlich für beide nicht ausarten, denn auch Streß kann Tiere krank machen und Verdauung und Immunsystem stören. Katzen und Kater kann man zum Spielen animieren; mit Katzenspielzeug oder gefüllten Kissen mit Katzenminze oder Baldrian bekommt man auch faule Stubentiger aus der Ecke hervorgelockt.