Haustiere

Was muss ich bei der Auswahl und Fütterung eines probiotischen Produktes für mein Haustier beachten?

Was ist ein Probiotikum?

Ein Probiotikum ist ein Pulver oder eine Mischung, eine Emulsion, milchige oder ölige Flüssigkeit oder auch eine Kapsel, die probiotische Bakterien enthält. Ein Probiotikum enthält lebende Bakterien bzw. Mikroorganismen. Es ist wichtig, dass die enthaltenen Bakterien lebendig sind, damit sie ihre Wirksamkeit im Darm entfalten können. Ob die Organismen noch leben, kann man einem probiotischen Produkt mit dem bloßen Auge nicht ansehen.

Probiotika werden vom Tierarzt verordnet oder frei verkauft, um Verdauungsprobleme zu beheben, das Immunsystem im Darm zu stärken und die Basis für ein gesundes Tier zu schaffen. Der Darm ist das wichtigste Organ für ein funktionierendes Immunsystem bei Mensch und Tier. Ist der Darm nicht gesund, z.B. durch falsches Futter, Medikamente, Bakterien, Krankheiten oder Parasiten geschwächt, kann es zu diesen Symptomen kommen:

    • Infekte,

    • kahle Stellen im Fell,

    • Schlappheit

    • weiterer Parasitenbefall

    • Abwehrschwäche

Viele Tiere können leichte kurzfristige Ungleichgewichte im Darm verkraften, über einen längeren Zeitraum auftretende Symptome müssen aber in der Regel mit einem Probiotikum therapiert werden.

Übersetzt heißt Probiotikum übrigens „Für das Leben“ → Pro = Für, Bios = Leben

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Wofür sind Probiotika bei Hunden und Katzen wichtig?

Für ein gesundes Tier sind Probiotika in der Regel nur zur Unterstützung des Darmes wichtig, um ein gesundes Immunsystem zu erhalten. Hat das Tier z.B. einmal etwas falsches gefressen oder über mehrere Tage Durchfall gehabt, kann eine kurze 2-3 wöchige Kur helfen, die Verdauung schnell wieder in Balance zu bringen.

Nach Medikamentengabe wie Antibiotikum oder Wurmkur sollte auf jeden Fall ein Probiotikum verabreicht werden. Bei der Behandlung mit einem Antibiotikum stirbt eine große Anzahl von natürlichen, lebenswichtigen Bakterien im Darm ab. Das Antibiotikum unterscheidet nicht zwischen guten gesundheitsfördernden und schlechten pathogenen Keimen. Daher müssen die nützlichen Mikro-Organsimen wie Laktobakterien oder Bifidobakterien über ein Probiotikum wieder zugeführt werden.

Antibiotikum heißt übrigens entsprechend „Gegen das Leben“ - Anti = Gegen, Bios = Leben

Auch die orale Verabreichung von chemischen Antiparasitika wie Insektizide, Biozide, Akarizide (gegen Milben und Zecken) und Vermiziden (gegen Würmer) schädigt die Darmflora. Bekannte antiparasitäre Wirkstoffe der Tierarznei sind:

    • Ivermectin
    • Selamectin
    • Fenbendazol
    • Praziquantel

Werden diese und auch andere Parasiten tötenden Stoffe oral aufgenommen und gelangen in den Darm, kann ein intaktes Darmmilieu aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Notwendig für die Gesundheit eines jeden Organismus ist jedoch eine gut funktionierende Darmflora mit guten, lebenswichtigen Bakterien.

Eine sehr umfangreiche Abhandlung zu Probiotika und Präbiotika vom Institut für Tierernährung der Universität Berlin können Sie hier nachlesen.

Was machen Probiotika in der Verdauung meines Haustiers?

Bei allen Säugetieren ist der Darm das größte Organ und hat damit nicht nur weitreichende Funktionen sondern bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Der Darm nimmt Nahrung auf und sorgt mit Hilfe von Enzymen für die Verdauung. Dabei spielt die Darmflora, die an der Darmwand angesiedelt ist, eine besondere Rolle, denn eine intakte Mikrobiota sorgt dafür, dass nur gesundheitsfördernde Stoffe wie Mineralstoffe und Vitamine über den Darm in den Körper gelangen.

Die Darmschleimhaut ist auch in der Lage, aus der Nahrung wichtige Vitamine herzustellen, bei schwacher oder geschädigter Schleimhaut kommt es zu einem Vitamin- oder Mineralstoffmangel und Schwächung des Immunsystems. Schadstoffe, Krankheitserreger, pathogene Keime und schädliche Bakterien können einer stabilen Darmflora nichts anhaben und werden ausgeschieden. Daher ist es so wichtig, die Darmflora zu pflegen. Hierfür sind gute Probiotika die beste Wahl.

Voraussetzung für die Wirksamkeit eines Probiotikums ist, dass die Bakterien lebend zugefüttert werden und lebend im Darm ankommen. Lange gab es Diskussionen um Probiotika, da angeblich viele Präparate keine lebenden Bakterienkulturen enthielten oder die Bakterien in zu geringer Menge vorhanden waren. Auch das Gerücht, dass die Kulturen auf dem Weg zum Darm vorher z.B. durch Magensäure unwirksam werden, hielt sich lange. Inzwischen sind sich die Wissenschaftler einig, dass Probiotika richtig zusammengesetzt und verabreicht, durchaus sinnvoll sind und die Darmflora (wieder) aufbauen können. Sie müssen für die richtige Zusammensetzung mit entsprechenden nährenden Stoffen – den Prebiotika oder Präbiotika – vermengt sein.

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Was ist der Unterschied zwischen Probiotikum, Präbiotikum und Synbiotikum?

Das Probiotikum ist wie oben beschrieben eine Zubereitung aus probiotischen Bakterien und einem Trägerstoff. Der Trägerstoff kann und sollte ein Präbiotikum sein. Probiotika sind lebende Bakterien, die in der Regel bereits im Darm vorkommen, aber durch Krankheiten, Medikamente oder Parasiten absterben können. Rotaviren, Clostridien, Salmonellen, Antibiotika, Chemotherapie, Giardien und weitere Ursachen verdrängen die lebenswichtigen Milchsäurebakterien und Hefen aus der Schleimhaut des Darmes. Unbehandelt führen diese Auslöser zum Abbau der Mukosa und schließlich durch Durchlässigkeit des Darms.

Das Präbiotikum dient als Nahrung für die Bakterien und sorgt für den Erhalt der Bakterien schon in der Verpackung. Außerdem sorgt die präbiotische Nahrung für eine erfolgreiche Magen- und Darmpassage, damit die Bakterien in möglichst hoher Zahl im Darm ankommen. Präbiotika müssen einen wesentlichen Bestandteil des probiotischen Präparats ausmachen. Präbiotische Wirkung haben Hefen, bestimmte Ballaststoffe und Zuckerarten sowie Stärke. Häufig wird Inulin verwendet.

Präbiotika sind Kohlenhydrate, die als Ballaststoff nicht verdaut werden, aber eine sehr gute Basis für die Ernährung der Probiotika bilden. Zusammen als Synbiotika verabreicht, zielen sie darauf ab, das intestinale Darmmilieu zu verbessern. Sie bilden eine optimale Kombination für ein wirksames Futterergänzungsmittel zum Aufbau des Verdauungstraktes Ihres Tieres.

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Die Kombination aus einen Probiotikum und Präbiotikum nennt man Synbiotikum, da die beiden Stoffe Synergien bilden, sie arbeiten und wirken zusammen und fördern sich gegenseitig, um beste Wirksamkeit zu bekommen. Das Synbiotikum enthält in der Regel eine große Menge des Präbiotikums als Basis sowie das Probiotikum. Dabei sollte das Prebiotikum möglichst natürlich und pflanzlich sein und keine chemischen Zusätze enthalten, die in der Natur nicht vorkommen.

Warum kann ich meinem Hund oder meiner Katze nicht nur ein Probiotikum oder Präbiotikum geben?

Geben Sie Ihrer Katze oder Ihrem Hund ein isoliertes Probiotikum wie z.B. viele Kapsel-Produkte, müssen Sie zusätzlich eine geeignete Nahrung für die probiotischen Bakterien zufüttern. Ohne richtige Grundlage können die Bakterien nicht leben, nicht gedeihen und entfalten sich nicht. Es wäre so, als ob Sie eine blühende Pflanze auf einen Stein pflanzen und üppigen Wachstum erwarten. Eine geeignete Nahrung für probiotische Bakterien ist ein Präbiotikum, wie Hefen, Ballaststoffe, Inulin.

Sie können zwar versuchen, nur mit prebiotischer Nahrung den Darm wieder aufzubauen, allerdings hängt der Erfolg davon ab, wie viele gute Bakterien noch im Darm vorhanden sind. In geringer Zahl vorhandene Bakterien wie Enterokokkus faecium und Laktobazillen können sich zwar wieder vermehren, allerdings ist dies ein langwieriger Prozess.

Geeignete Präbiotika sind z.B. zuckerfreie Joghurts, Quark, Buttermilch und andere Produkte, die Milchsäure-Kulturen enthalten. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass diese gekauften Milchprodukte keinen schädlichen Zucker enthalten, der der Darmflora schadet. Auch fermentierte Produkte wie Sauerkraut oder Kefir sind gute Präbiotika für Haustiere. Wenn Sie viel präbiotisches Futter verfüttern, sorgen Sie in jedem Fall für eine ideale Basis für das Leben, Überleben und das Wachstum guter Bakterien.

Probiotikum Probiotika Hund Katze

Wie viele probiotische Bakterien muss oder sollte ein Produkt für Hunde und Katzen enthalten?

Viele Hersteller setzen hier auf „viel hilft viel“ und übertreffen sich gegenseitig mit dem Zusatz von probiotischen Mischungen zu ihren Produkten aus dem Humanbereich. Für Hunde und Katzen gibt es keine allgemeine Empfehlung, die Aussage ist auch gar nicht so einfach zu treffen. In Größe, Gewicht und Rasse gibt es bei Tieren ja auch eine viel größere Bandbreite als bei Menschen. Auch die Größe des Darm variiert hier mehr als bei Menschen.

Da Tiere einen kleineren Darm als Menschen haben, können und dürfen Sie sich bei der Dosierung nicht an Vorgaben und Empfehlungen für menschliche Nahrungsergänzung halten. Wie wir bereits in einem anderen Blog-Artikel zu Bedenken gegeben haben, ist die Verabreichung von menschlicher Nahrungsergänzung auch nicht unbedingt empfehlenswert.

Halten Sie sich bei Nahrungsergänzung für Hunde und Katzen bitte immer an die Anwendungsempfehlung des Futterergänzungsmittel-Herstellers. Diese ist genau auf das Produkt und auf die Zusammensetzung des Synbiotikums zugeschnitten. Die Menge der enthaltenen probiotischen Bakterien wird in KbE = koloniebildenden Einheiten oder CFU = colony forming unit angegeben.

Als minimale Dosis wird auch bei Menschen die Menge von 1 Milliarde koloniebildender Einheiten pro Gramm angesetzt. Diese ist für den Veterinärbereich übernommen worden: Für Haustiere empfiehlt man 1-2 Milliarden KbE pro Gramm Probiotikum. Die probiotischen Bakterien selbst sind nicht überdosierbar bzw. eine Überdosierung hätte keine Nebenwirkungen.

Achten Sie bitte auch auf die Einheit. Einige Hersteller geben die Anzahl der Bakterien in KbE pro Kilogramm an. Wenn Sie ein Produkt haben, dass 1 Milliarde KbE pro KILOGRAMM hat, dann sind es tatsächlich nur 1 Million KbE pro GRAMM. Hier wird gerne gespart, um das Produkt als günstig anzupreisen, denn die probiotischen Bakterien sind in der Entwicklung, Herstellung und Zucht aufwendig und teuer.

Wie lange halten sich die Bakterien im Probiotikum?

Ein Teil der lebenden Bakterien stirbt – selbst wenn das Präparat auch Prebiotika enthalten – im Laufe der Zeit in der Dose, Emulsion, Flüssigkeit oder Tüte ab. Daher verwenden gute Hersteller (wie wir) eine höhere Anzahl KbE, um bis zum Ende der Haltbarkeit die deklarierte Menge einzuhalten. So kann ein frisches Probiotikum z.B. 2 Milliarden KbE enthalten, am Ende der Mindesthaltbarkeit sind es dann nur noch eben über 1 Milliarde Kolonie bildende Einheiten.

In der Regel kann man davon ausgehen, dass bei sachgerechter Lagerung – Probiotika sollten immer kühl, dunkel, geschlossen und trocken gelagert werden – erst nach etwa 18 Monaten die Anzahl der Bakterien signifikant abnimmt.

Probiotische Bakterien Hund Katze

Worauf muss ich beim Kauf von Probiotika für meine Katze oder meinen Hund achten?

Ein Probiotikum für Ihren Hund oder Ihre Katze muss auf jeden Fall als Futterergänzungsmittel bzw. Ergänzungsfuttermittel deklariert sein. Mikro-Organsimen, wie Laktobazillen, Bifidobakterien, Enterokokken und Hefearten sind rechtlich gesehen Futterzusatzstoffe, deren Einsatz in der Verordnung (EG) 1831/2003 geregelt ist. Bei sämtlichen als Futterzusatzmittel eingesetzten Probiotika besteht eine Zulassungspflicht. Nicht nur aus rechtlichen Gründen sondern auch zum Wohl Ihres Tieres sollten Sie Ihrem Haustier keine menschlichen Probiotika geben.

Probiotikum Kauf

Da sich die Zusammensetzung und Besiedelung von Darmbakterien bei Mensch und Tier wesentlich unterscheidet, sollten Sie auch nur Präparate für Tiere verwenden. Dabei sind aber auch bei den verschiedenen Tierarten unterschiedliche Darmbakterien vorhanden, denn Fleischfresser benötigen zum Beispiel ganz andere Bakterien zur Verdauung als Pflanzenfresser. So ist dementsprechend natürlich auch die menschliche Darmflora mit ganz anderen probiotischen Bakterien besiedelt und die Nahrungsergänzungs-Produkte enthalten andere Bakterien. Auch das Verhältnis der Bakterien ist bei Hunden und Katzen anders als bei Menschen. Es ergibt also überhaupt keinen Sinn, Ihr Haustier nicht artgerecht mit menschlichen Bakterien zu füttern.

Die Verdauung einer Kuh funktioniert ganz anders als die einer Katze, somit ist auch die Zusammensetzung der intestinalen Darmflora eine andere. Das sogenannte Makrobiom setzt sich aus unterschiedlichen Bakterien je nach Tierart zusammen. Von Tierarzt-Gremien und per Gesetz wird extra festgelegt, welche Bakterien für welche Tierart empfohlen und zugelassen ist.

Welche Inhaltsstoffe sind bei probiotischen Produkten für Hunde und Katzen erlaubt?

Die einzigen für Hunde und Katzen zugelassenen probiotischen Bakterien in der EU sind Enterococcus faecium, Lactobacillus acidophilus und Bacillus subtilis. Dabei fördert das Bazillus Subtilis den Wachstum von Laktobazillen. Welche Bakterien aktuell zugelassen sind, erfährt man auch beim BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).

Es gibt auf dem deutschen oder europäischen Markt gerade durch den Onlinehandel auch einfach zu bestellende ausländische Produkte. Hierbei ist zu beachten, dass diese Produkte häufig schlechte Deklarationen haben und man sich auf die Herstellerangaben nicht verlassen kann. Nicht EU-Länder haben andere (oder gar keine) Vorschriften bezüglich der zugelassenen Stoffe und der Deklaration. Auf diesen Präparaten kann zwar geschrieben stehen, dass das Produkt für Hunde und Katzen geeignet ist, dies entspricht aber nicht unbedingt den Tatsachen.

Probiotikum Probiotika Hunde Katzen

Das Mikrobiom von Haustieren unterscheidet sich stark von dem von Menschen. Folglich kann also nicht die gleiche probiotische Ergänzung gefüttert werden wie für Menschen! Wenn die zugefütterten Kulturen nicht der Natur des angeborenen Mikroorganismus Ihres Tieres entsprechen, können weitreichende Veränderungen im Körper Ihres Tieres eintreten.

So findet man gerade Anbieter aus den USA oder Großbritanien, die in Deutschland bzw. der EU Präparate verkaufen, die nicht deutschem oder europäischem Recht entsprechen. Diese Präparate sind oftmals für Menschen entwickelt worden und das identische Produkt bekommt nur ein neues Etikett, um den Eindruck zu erwecken, dass sie für Tiere geeignet sind. Da es in den o.g. Ländern weniger strenge Vorgaben zur Deklaration oder zu den Inhaltsstoffen gibt, sollte man generell auf Futter und Futterergänzung aus diesen Ländern verzichten. Sie haben übrigens auch keinerlei Handhabe gegen ausländische Hersteller, wenn das Produkt Ihrem Tier schadet.

Ich habe gelesen, dass die Bakterien im Magen absterben und gar nicht im Darm ankommen, stimmt das?

Insbesondere Hersteller von Kapselpräparaten behaupten dies, um andere Präparate schlecht zu machen. Allerdings ist diese Behauptung nicht belegt. Was laut Studien stimmt: Nicht alle guten Bakterien in einem Probiotikum überleben den Weg durch den Magen, unabhängig, ob es sich um Kapseln, Pulver, Öle, Drinks o.ä. handelt. Die Magensäure von Säugetieren hat die Aufgabe, nicht alles in den Darm kommen zu lassen und erwischt dabei eben zusätzlich einige gute Keime.

Gesunder Darm Hund

Es gibt Hersteller, die deshalb die Bakterien in Kapseln abfüllen und mit guter Magenpassage Werbung machen. Allerdings enthalten diese Kapseln keine für die Bakterien notwendigen Nährstoffe, da Kapseln eine sehr begrenzte Füllmenge haben. Gute Bakterien benötigen Nährstoffe um in der Kapsel zu überleben und auch im Darm optimal anzukommen. Ohne Präbiotika verhungern die Bakterien in der Kapsel, zusätzlich müssten Ballaststoffe bei der Kapselgabe extra zugefüttert werden. Auch dass die Kapsel sich nicht vorzeitig oder zu spät auflöst, ist nicht sichergestellt.

Probiotiksche Pulver mit Präbiotika, die unter das Futter oder eine Flüssigkeit gegeben werden können, bieten diese Nahrung für die guten Bakterien an. Mit den für die Bakterienstämme notwendigen Nährstoffen kommen auch etwa 85% der probiotischen Bakterien im Darm an. Es gibt auch einige probiotische Drinks, die präbiotische Nahrung enthalten, jedoch ist dies meist der unerwünschte Zucker oder Zuckerarten.

Kann ein schlechtes oder billiges Präparat auch der Darmgesundheit schaden?

Ja, das kann durchaus passieren. Zum einen können – wie bereits oben erwähnt – nicht für Tiere zugelassene Bakterien wie Bifidobakterien oder andere Laktobakterien als Laktobazillus Acidophulus bzw. andere Enterokokken als Enterococcus faecium zugesetzt sein. Welche Wirkung diese nicht zugelassenen Bakterien auf das Mikrobiom Ihres Haustieres haben, ist nicht erforscht.

Aber nicht nur die zugesetzten eigentlich guten Bakterien sind entscheidend sondern auch die Qualität des Produktes. Sehr viele Produkte enthalten Zusatzstoffe, die die Verdauung stören können oder Allergene enthalten. Auch Zucker oder Zuckeraustauschstoffe wie Süßstoffe sollten Sie meiden. Zucker nährt die schlechten Bakterien und behindert damit die Aufnahme der Probiotika in die Darmschleimhaut trotz Anwesenheit von Präbiotika. Süßstoffe stehen in dem Verdacht, Krankheiten zu begünstigen und Stoffwechsel sowie Nahrungsausnahme negativ zu beeinflussen.

So kann ein schlechtes probiotisches Produkt tatsächlich mehr kaputt machen als helfen, denn eine nachhaltig gestörte Darmflora wieder aufzubauen, ist langwierig und teurer als ein paar Euro an einem minderwertigen Produkt zu sparen. Die Nebenwirkungen eines schlechten Probiotikums wie Vitaminmangel, Mineralienmangel, Durchfälle, Erbrechen, Auslösung von vorübergehenden Futtermittelunverträglichkeiten, allgemeine Schwäche des Immunsystems, Parasitenbefall etc. schaden dem allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Haustiers.

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Was sagt das Etikett über die Qualität von Probiotika aus?

Viele Hersteller werben mit undurchsichtigen Siegeln und Gesundheitsaussagen zu ihrem Produkt. Tatsächlich sind gesundheitliche Aussagen und Versprechen zu Futtermitteln und Futterergänzungsmitteln verboten. Laut sogenannter Health Claims, die erlaubte gesundheitliche Aussagen zu Nahrungs- und Futterergänzung regeln, darf nicht mit einem gesundheitlichen Nutzen geworben werden, der nicht wissenschaftlich nachgewiesen, genehmigt und laut Anhang der Health Claims veröffentlicht wurde. Dabei muss der genaue Wortlaut der Vorschrift eingehalten werden. „Gesund durch Probiotika“, „Gut für den Darm“, „Verbesserung des Kots“ oder „Stabilisierung der Darmflora bei Durchfall“ oder ähnliche Formulierungen sind nicht seriös.

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Da bei Futtermitteln – anders als bei Nahrungsmitteln für Menschen – die Zutaten nicht in der Reihenfolge der enthaltenen Mengen angegeben werden müssen, kann man am Etikett in der Regel nichts über die Zusammensetzung des Produkts herausfinden. Am besten suchen Sie einen verlässlichen deutschen Hersteller, der die Zusammensetzung offen auf dem Produkt oder im Online-Angebot deklariert. Die Zusammensetzung unseres Synbioflora Pet Vital haben wir z.B. per Labor-Zertifikat veröffentlicht. Das Produkt sollte auf jeden Fall ein Präbiotikum und nur die zugelassenen Bakterienstämme in ausreichender Menge enthalten.Probiotikum Hund Katze

Vermeiden Sie Traubenzucker und Zucker (versteckt sich auch hinter Laktose, Maltose, Glucose, Maltodextrose, Fruktose, Saccharose, Dextrose) und Süßstoff (Sucralose , Aspartam, Saccharin, Acesulfam, Cyclamat, Steviosid usw.). Vermeiden Sie möglichst alle chemischen Zusätze wie Silikate, Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Phosphate und Carbonate, Geschmacksverstärker und Aromen. Ein überlasteter oder bereits erkrankter Darm kann diese Stoffe einfach nicht verarbeiten und wird nur zusätzlich belastet. Magnesiumsalze, Siliciumdioxid, mikrokristalline Cellulose und Magnesiumstearate dienen nicht der Gesundheit Ihres Tieres sondern ausschließlich der billigeren, unkomplizierteren bzw. einfacheren Herstellung des Produktes. Vermeiden Sie auch auf jeden Fall bekannte oder potentielle Allergene wie Soja, Nüsse und Getreide.

Probiotikum Allergene

Auch chemische Vitamine, Vitaminzusätze, Taurin und Mineralien haben in diesen Produkten nichts zu suchen, da sie von einer geschädigten Darmflora gar nicht aufgenommen werden können. Veröffentlicht ein Hersteller die Zutaten oder Inhaltsstoffe nicht in seinem Online-Angebot, können Sie davon ausgehen, dass er tatsächlich etwas zu verbergen hat. Hinter diesem klaren Verstoß gegen die Deklarationspflicht bei Onlineverkauf steckt mit Sicherheit ein schlechtes, wenn nicht sogar illegales Produkt.

Auf dem Etikett eines serösen Herstellers steht genau drauf, welche Bakterienarten enthalten sind. Ist dies nicht deklariert, sind keine probiotischen Bakterien enthalten. Kaufen Sie keine Produkte im Internet, bei denen es zwar viele bunte Bilder mit fröhlichen Hunden und Katzen gibt, aber keine vollständige Abbildung des Etiketts.

Enthalten Produkte, die als Verdauungshilfen deklariert sind, immer Probiotika?

Achtung, viele Produkte, deren Name zwar Probiotic, Darm, Pro immun, Flora oder ähnlich enthält, enthalten gar keine probiotischen Bakterien. Lesen Sie das Etikett aufmerksam und fragen ggf. beim Hersteller nach der Art und Menge der enthaltenen Bakterien. Oft enthalten diese Billigprodukte nur Ulmenrinde oder Flohsamenschalen gegen Durchfall. Solange diese Produkte verwendet werden, ist der Durchfall weg, für eine Darmsanierung oder einen Darmaufbau sind Produkte, die keine Probiotika enthalten, aber nicht geeignet.

Wie werden Probiotika an Haustiere verfüttert?

Die Verfütterung von Probiotika hängt vor allem von der Darreichungsform der Futterergänzung ab. Bei Kapseln müssen Sie den probiotischen Bakterien unbedingt prebiotische Nahrung mitgeben wie Milchprodukte, pflanzliches Pulver mit Inulin oder fermentierte Produkte.

Fertige synbiotische Produkte können Sie einfach nach Anweisung des Herstellers verfüttern. Eine Mischung mit jeglichen Flüssigkeiten oder halbfestem Futter ist ohne Nebenwirkungen möglich. Mag das Tier das Probiotikum oder Synbiotikum nicht fressen, helfen gern genommene Leckerlis wie Brühe, Leberwurst, Malzpaste etc. bei der Gabe. Sie können auch Pulver mit einer beliebigen Flüssigkeit mischen und über eine Plastik-Spritze in das Maul geben.

Bitte erhitzen Sie jedoch ein probiotisches Produkt auf keinen Fall. Bei Temperaturen ab 25 Grad fangen die Bakterien an, außerhalb eines Organismus abzusterben.

Probiotikum Fütterung Verabreichung

Kann ich ein Probiotikum für Hunde oder Katzen auch an Kleintiere wie Meerschweinchen, Hasen, Kaninchen usw. verfüttern?

Für die Anwendung bei kleineren Haustieren sollten Sie zur Anwendung und Dosierung auf jeden Fall einen Tierarzt befragen. Da sich bei diesen Tieren eine Störung der Verdauung sehr schnell auf den Flüssigkeitshaushalt und die Vitalfunktionen auswirken kann, sollten Sie nur nach Rücksprache mit einem Tiertherapeuten Probiotika anwenden.

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