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Was bewirken gute Probiotika für Haustiere?

  • Worauf muss ich beim Kauf von Probiotika achten?
  • Woher weiß ich, welche Darmbakterien für meinen Hund oder meine Katze geeignet sind?
  • Welche Inhaltsstoffe sind erlaubt und empfohlen?
  • Was machen Probiotika in der Verdauung meines Haustiers?
  • Kann ein schlechtes oder billiges Präparat auch der Darmgesundheit schaden?
  • Was sagt das Etikett über die Qualität von Probiotika aus?
  • Müssen es Probiotika sein oder kann ich die Verdauung auch allein mit der Fütterung in Ordnung bringen?
  • Was ist der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika?
  • Wie viele probiotische Bakterien muss ein Produkt enthalten und wie lange halten sich die Bakterien?
  • Kann ich ein Probiotikum für große Haustiere auch an andere Haustiere, Kleintiere wie Meerschweinchen, Hasen, Kaninchen usw. verfüttern?
Wir versuchen Ihre Fragen zu beantworten. Für weitere Fragen stehen wir gern per Mail oder telefonisch zur Verfügung.

Worauf muss ich beim Kauf von Probiotika achten?

Ein Probiotikum für Ihren Hund oder Ihre Katze muss auf jeden Fall als Futterergänzungsmittel deklariert sein. Mikro-Organsimen, wie Laktobazillen, Bifidobakterien, Enterokokken und Hefearten sind rechtlich gesehen Futterzusatzstoffe, deren Einsatz in der Verordnung (EG) 1831/2003 geregelt ist. Bei sämtlichen als Futterzusatzmittel eingesetzten Probiotika besteht eine Zulassungspflicht. Da sich die Zusammensetzung und Besiedelung von Darmbakterien bei Mensch und Tier unterscheidet, sollten Sie auch nur Präparate für Tiere verwenden. Dabei sind aber auch bei den verschiedenen Tierarten unterschiedliche Darmbakterien vorhanden, denn Fleischfresser benötigen zum Beispiel ganz andere Bakterien zur Verdauung als Pflanzenfresser. Die Verdauung einer Kuh funktioniert ganz anders als die einer Katze, somit ist auch die Zusammensetzung der intestinalen Darmflora eine andere. Das sogenannte Makrobiom setzt sich aus unterschiedlichen Bakterien je nach Tierart zusammen. Von Tierärzten und per Gesetz wird extra festgelegt, welche Bakterien für welche Tierart empfohlen und zugelassen ist.

Woher weiß ich, welche Darmbakterien für meinen Hund oder meine Katze geeignet sind? Welche Inhaltsstoffe sind erlaubt und empfohlen?

Leider kann man sich nicht auf Herstellerangaben verlassen, da unterschiedliche Länder unterschiedliche Vorschriften bezüglich der zugelassenen Stoffe und der Deklaration haben. Auf diesen Präparaten kann zwar geschrieben stehen, dass das Produkt für Hunde und Katzen geeignet ist, dies entspricht aber nicht unbedingt den Tatsachen. So findet man gerade im Online-Handel Anbieter aus den USA oder Großbritanien, die in Deutschland bzw. der EU Präparate verkaufen, die nicht deutschem oder europäischem Recht entsprechen. Diese Präparate sind oftmals für Menschen entwickelt worden und bekommen nur ein neues Etikett, um den Eindruck zu erwecken, dass sie für Tiere geeignet sind. Wenn die zugefütterten Kulturen jedoch nicht der Natur des angeborenen Mikroorganismus Ihres Tieres entsprechen, können weitreichende Veränderungen im Körper Ihres Tieres eintreten. Da es in den o.g. Ländern weniger strenge Vorgaben zur Deklaration oder zu den Inhaltsstoffen gibt, sollte man generell auf Futter und Futterergänzung aus diesen Ländern verzichten. Aktuell zugelassen laut BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) sind für Hunde und Katzen nur 2 Bakterienstämme: Enterococcus faecium und Lactobacillus acidophilus. Das letztgenannte Milchsäurebakterium ist dabei erst vor kurzem von der EU unter der Verordnung 2018/1558 zugelassen worden.

Was machen Probiotika in der Verdauung meines Haustiers?

Bei fast allen Säugetieren ist der Darm das größte Organ und hat damit nicht nur weitreichende Funktionen sondern bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Der Darm nimmt Nahrung auf und sorgt mit Hilfe von Enzymen für die Verdauung. Dabei spielt die Darmflora, die an der Darmwand angesiedelt ist, eine besondere Rolle, denn eine intakte Mikrobiota entscheidet, dass nur gesundheitsfördernde Stoffe wie Mineralstoffe und Vitamine über den Darm in den Körper gelangen. Die Darmschleimhaut ist auch in der Lage, aus der Nahrung wichtige Vitamine herzustellen, bei geschädigter Schleimhaut kommt es zu einem Vitamin- oder Mineralstoffmangel und Schwächung des Immunsystems. Schadstoffe, Krankheitserreger, pathogene Keime und schädliche Bakterien können einer stabilen Darmflora nichts anhaben und werden ausgeschieden. Daher ist es so wichtig, die Darmflora zu pflegen und auch nach Krankheiten, Medikamentengabe oder Parasitenbefall direkt wieder aufzubauen. Hierfür sind die guten Darmbakterien – die Probiotika (pro = für, biotika = leben) – die beste Wahl. Voraussetzung für die Wirksamkeit eines Probiotikums ist, dass die Bakterien lebend zugefüttert werden und lebend im Darm ankommen. Lange gab es Diskussionen um Probiotika, da die Meinung vertreten wurde, dass viele Präparate keine lebenden Bakterienkulturen enthalten oder lebende Bakterien in zu geringer Menge oder dass die Kulturen auf dem Weg zum Darm vorher z.B. durch Magensäure unwirksam werden. Inzwischen sind sich die Wissenschaftler einig, dass Probiotika richtig zusammengesetzt und verabreicht sinnvoll sind und durchaus die Darmflora aufbauen können. Sie müssen für die richtige Zusammensetzung mit entsprechenden nährenden Stoffen – den Prebiotika oder Präbiotika – vermengt sein. Die Prebiotika sorgen für den Erhalt der Bakterien und müssen einen wesentlichen Bestandteil des probiotischen Präparats ausmachen. Präbiotische Wirkung haben Hefen, bestimmte Ballaststoffe und Zuckerarten sowie Stärke. Häufig verwendet wird Inulin.

Kann ein schlechtes oder billiges Präparat auch der Darmgesundheit schaden?

Ja, das kann durchaus passieren. Zum einen können – wie bereits oben erwähnt – nicht für Tiere zugelassene Bakterien wie Bifidobakterien oder andere Laktobakterien als Laktobazillus Acidophulus bzw. andere Enterokokken als Enterococcus faecium zugesetzt sein. Welche Wirkung diese nicht zugelassenen Bakterien auf das Mikrobiom Ihres Haustieres haben, ist zum Teil nicht erforscht. Oder der gesundheitliche Nutzen konnte wissenschaftlich nicht bewiesen werden oder es wurde festgestellt, dass diese Bakterien sogar schädlich sind. Aber nicht nur die zugesetzten eigentlich guten Bakterien sind entscheidend sondern auch die Qualität des Produktes. Sehr viele Produkte enthalten Zusatzstoffe, die die Verdauung stören können oder Allergene enthalten. Auch Zucker oder Zuckeraustauschstoffe wie Süßstoffe sollten Sie meiden. Zucker nährt die schlechten Bakterien und behindert damit die Aufnahme der Probiotika in die Darmschleimhaut trotz Anwesenheit von Präbiotika. Süßstoffe stehen in dem Verdacht, Krankheiten zu begünstigen und Stoffwechsel sowie Nahrungsausnahme negativ zu beeinflussen. So kann ein schlechtes probiotisches Produkt tatsächlich mehr kaputt machen als helfen, denn eine nachhaltig gestörte Darmflora wieder aufzubauen, ist langwierig und teurer als ein paar Euro an einem minderwertigen Produkt zu sparen. Die Nebenwirkungen eines schlechten Probiotikums wie Vitaminmangel, Mineralienmangel, Durchfälle, Erbrechen, vorübergehende Futtermittelunverträglichkeiten, allgemeine Schwäche des Immunsystems, weitere Erkrankungen, Parasitenbefall etc. schaden dem allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Haustiers.

Was sagt das Etikett über die Qualität eines Probiotikums aus?

Viele Hersteller werben mit undurchsichtigen Siegeln und Gesundheitsaussagen zu ihrem Produkt. Tatsächlich sind gesundheitliche Aussagen und Versprechen zu Futtermitteln und Futterergänzungsmitteln verboten. Laut sogenannter Health Claims, die erlaubte gesundheitliche Aussagen zu Nahrungs- und Futterergänzung regeln, darf nicht mit einem gesundheitlichen Nutzen geworben werden, der nicht wissenschaftlich nachgewiesen, genehmigt und laut Anhang der Health Claims veröffentlicht wurde. Dabei muss der genaue Wortlaut der Vorschrift eingehalten werden. Gesund durch Probiotika oder Verbesserung des Kots oder Stabilisierung der Darmflora bei Durchfall oder ähnliche Formulierungen sind nicht seriös. Da bei Futtermitteln – anders als bei Nahrungsmitteln für Menschen – die Zutaten nicht in der Reihenfolge der enthaltenen Mengen angegeben werden muss, kann man am Etikett in der Regel nichts über die Zusammensetzung des Produkts herausfinden. Am besten suchen Sie einen verlässlichen deutschen Hersteller, der die Zusammensetzung offen auf dem Produkt oder im Online-Angebot deklariert. Die Zusammensetzung unseres Synbioflora Pet Vital haben wir z.B. per Labor-Zertifikat veröffentlicht. Das Produkt sollte auf jeden Fall ein Präbiotikum und nur die zugelassenen Bakterienstämme in ausreichender Menge enthalten. Vermeiden Sie Traubenzucker und Zucker (versteckt sich auch hinter Laktose, Maltose, Maltodextrose, Fruktose, Saccharose, Dextrose) und Süßstoff (Sucralose , Aspartam, Saccharin, Acesulfam, Cyclamat, Steviosid usw.). Vermeiden Sie möglichst alle chemischen Zusätze wie Silikate, Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Phosphate und Carbonate, Geschmacksverstärker und Aromen. Auch chemische Vitamine und Mineralien haben in diesen Produkten noch nichts zu suchen, da sie von einer geschädigten Darmflora noch gar nicht aufgenommen werden können. Veröffentlicht ein Hersteller die Zutaten oder Inhaltsstoffe nicht in seinem Online-Angebot, können Sie davon ausgehen, dass er tatsächlich etwas zu verbergen hat. Hinter diesem klaren Verstoß gegen die Deklarationspflicht bei Onlineverkauf steckt mit Sicherheit ein schlechtes wenn nicht sogar illegales Produkt.

Müssen es Probiotika sein oder kann ich die Verdauung meines Tieres auch allein mit der Fütterung in Ordnung bringen?

Sie können zwar versuchen, mit prebiotischer Nahrung den Darm wieder aufzubauen, allerdings müssen Sie je nach Problematik die eventuell nur noch in geringer Zahl vorhandenen Bakterien wie Enterokokkus faecium zusätzlich zuführen. Diese sind z.B. in einigen Milchsäure Kulturen enthalten, also in Joghurts, Kefir usw. Leider enthalten gekaufte Joghurts in der Regel auch Zucker, der wiederum schadet. Je mehr präbiotische Nahrung sie füttern, um so besser für die Verdauung Ihres Tieres. Dies erhöht die Chance, dass die guten Bakterien überleben und sich wieder überwiegend im Darm ausbreiten können und die schlechten pathogenen Bakterien vertreiben. Pathogene Keime und Bakterien verursachen Durchfälle und Blähungen. Wichtig ist, dass Sie Ihr Tier so natürlich wie möglich füttern, verwenden Sie kein industrielles Futter aus der Dose, das chemische Zusätze oder sogar Zucker enthält. Verfüttern Sie also hochwertiges Fleisch und viel Gemüse, das präbiotische Wirkung hat wie Topinambur und Pastinaken. Das enthaltene Inulin wirkt als Ballaststoff und bietet Nahrung für die probiotischen Bakterien. Zu viel Inulin oder pures Inulin als Pulver kann allerdings auch wieder zu Durchfall und Blähungen führen.

Was ist der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika?

Wie bereits weiter oben beschrieben, gibt es Probiotika, das sind die guten Bakterien, die in der Darmschleimhaut jedes Säugetiers vorkommen. Präbiotika sind Nahrungsmittel, die als Nahrung für die guten Bakterien dienen und Basis für deren gutes Gedeihen und die Vermehrung sind. Ein Produkt, das sowohl ein Probiotikum als auch ein Präbiotikum enthält, nennt sich Synbiotikum. Probiotika sind lebende Bakterien, die in der Regel bereits im Darm vorkommen, aber durch Krankheiten, Medikamente oder Parasiten absterben können. Enterococcus- und Lactobacillus-Stämme sind gegenüber Magensaft und Galle resistent und können antimikrobielle Substanzen produzieren, das Immunsystem fördern und die Darmmukosa aufbauen. Rotaviren, Clostridien, Salmonellen, Antibiotika, Chemotherapie, Giardien und weitere Ursachen verdrängen die lebenswichtigen Milchsäurebakterien und Hefen aus der Schleimhaut des Darmes. Unbehandelt führen diese Auslöser zum Abbau der Mukosa und schließlich durch Durchlässigkeit des Darms. Präbiotika sind Kohlenhydrate, die als Ballaststoff nicht verdaut werden, aber eine sehr gute Basis für die Ernährung der Probiotika bilden. Zusammen als Synbiotika verabreicht, zielen sie darauf ab, das intestinale Darmmilieu zu verbessern. Sie bilden eine optimale Kombination für ein wirksames Futterergänzungsmittel zum Aufbau des Verdauungstraktes Ihres Tieres. Das Synbiotikum enthält in der Regel eine große Menge des Prebiotikums als Basis sowie das Probiotikum. Dabei sollte das Prebiotikum möglichst natürlich und pflanzlich sein und keine chemischen Zusätze enthalten, die in der Natur nicht vorkommen.

Wie viele probiotische Bakterien muss ein Produkt enthalten und wie lange halten sich die Bakterien?

Da Tiere einen kleineren Darm als Menschen haben, können Sie sich bei der Dosierung nicht an Vorgaben und Empfehlungen für menschliche Nahrungsergänzung halten. Die Anwendungsempfehlung des Herstellers ist genau auf das Produkt und auf die Zusammensetzung des Synbiotikums zugeschnitten. Die Menge der probiotischen Bakterien wird in KbE = koloniebildenden Einheiten oder CFU = colony forming unit angegeben. Als minimale Dosis wird auch bei Menschen die Menge von 1 Milliarde koloniebildender Einheiten angesetzt. Dies gilt auch für Tiere: Für Haustiere emfiehlt man 3-4 Milliarden KbE. Die probiotischen Bakterien selbst sind nicht überdosierbar bzw. eine Überdosierung hätte keine Nebenwirkungen. Allerdings kann es bei einem Synbiotikum bei der Überdosierung je nach Präparat zu Verdauungsproblemen kommen. Viel hilft nicht viel, für die optimale Versorgung Ihres Haustiers halten Sie sich bitte an die Dosierungsempfehlung. Ein Teil der lebenden Bakterien stirbt – selbst wenn das Präparat auch Prebiotika enthalten – im Laufe der Zeit ab. Daher verwenden gute Hersteller mehr KbE, um bis zum Ende der Haltbarkeit die deklarierte Menge einzuhalten. In der Regel kann man davon ausgehen, dass bei sachgerechter Lagerung – Probiotika sollten immer kühl, dunkel, geschlossen und trocken gelagert werden – erst nach etwa 18 Monaten die Anzahl der Bakterien signifikant abnimmt.

Kann ich ein Probiotikum für große Haustiere auch an andere Haustiere, Kleintiere wie Meerschweinchen, Hasen, Kaninchen usw. verfüttern?

Für die Anwendung bei kleineren Haustieren sollten Sie zur Anwendung und Dosierung auf jeden Fall einen Tierarzt befragen. Da sich bei diesen Tieren eine Störung der Verdauung sehr schnell auf den Flüssigkeitshaushalt und die Vitalfunktionen auswirken kann, sollten Sie nur nach Rücksprache mit einem Tiertherapeuten Probiotika anwenden.